Trauma – Ein Überblick über psychische Wunden und Heilungswege

Trauma ist ein uraltes und zugleich hochaktuelles Thema der Psychologie. Bereits im 19. Jahrhundert erforschten Pioniere wie Jean-Martin Charcot und später Sigmund Freud die Auswirkungen schwerer psychischer Belastungen. Damals sprach man noch von “hysterischen Symptomen”. Heute wissen wir dank moderner Psychotraumatologie, dass Trauma weitaus komplexer ist und das Leben eines Menschen auf allen Ebenen – körperlich, emotional und sozial – beeinflussen kann.

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma entsteht, wenn eine Person eine Situation erlebt, die sie als überwältigend und existenziell bedrohlich empfindet. Dies kann ein plötzlicher Schock (Schocktrauma) wie ein Unfall, eine Naturkatastrophe oder Gewalt sein, aber auch langanhaltende, wiederholte Belastungen wie Vernachlässigung, Missbrauch oder emotionale Kälte in der Kindheit. Hier spricht man von Bindungstrauma oder Entwicklungstrauma. Traumata können in verschiedene Typen unterteilt werden:

Typ-I-Trauma: Einmalige, akute Ereignisse. (auch manchmal unter „Schocktrauma“ bekannt.)

Typ-II-Trauma: Wiederholte, chronische Belastungen. (auch manchmal „Sequenzielle Trauma“ genannt.)

Komplextrauma: Tiefe Verletzungen, oft durch Bindungs- und Entwicklungstraumata, die frühe Beziehungen und die Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig beeinflussen.

Was passiert im Gehirn?

Traumatische Erlebnisse setzen intensive Stressreaktionen im Körper frei. Das limbische System, insbesondere die Amygdala (die “Alarmzentrale” unseres Gehirns), wird überaktiv, während der präfrontale Kortex, der für rationales Denken und Kontrolle zuständig ist, herunterfährt. Erinnerungen an das Trauma werden oft nicht als zusammenhängende Geschichten abgespeichert, sondern fragmentiert und “roh”, was Flashbacks und andere Symptome erklären kann.

Symptome und Folgen
Ein Trauma kann vielfältige Spuren hinterlassen:

Körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Verspannungen und chronische Schmerzen.

Psychische Symptome wie Angst, Depression, Dissoziation oder eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Soziale Auswirkungen wie Schwierigkeiten in Beziehungen oder beruflichen Kontexten.

Heilung ist möglich

Trauma ist keine Lebenslange Bürde – es gibt Wege, die Wunden zu heilen. In der Psychologie stehen dafür zahlreiche Therapieansätze zur Verfügung:

Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-CBT): Bearbeitung belastender Erinnerungen durch gezielte Konfrontation.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR): Verarbeitung traumatischer Erlebnisse durch gezielte Augenbewegungen.

Somatic Experiencing (SE): Arbeit mit körperlichen Spannungen und Ressourcen.

Bindungsorientierte Therapieansätze: Insbesondere bei Bindungstraumata wird an der Wiederherstellung sicherer Beziehungen gearbeitet.

Wie kannst du aktiv werden?

Wenn du dich in den Beschreibungen wiedererkennst oder jemanden kennst, der unter den Folgen eines Traumas leidet, gibt es Hoffnung. Traumatherapie setzt an der Wurzel an, um Körper und Seele wieder in Balance zu bringen. Du bist herzlich eingeladen dir mal meine Onlinekurse oder die Videos auf meinem Youtubekanal (https://www.youtube.com/@Kickassyourcomfortzone) anzuschauen.
Trauma mag tief gehen – doch auch Genesung und Integration ist möglich, Schritt für Schritt. Nutze dein Potenzial für einen Neuanfang!

Bin ich Bindungstraumatisiert? Der Selbsttest (Fragebogen)

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